Dortmund und Aschaffenburg.

Showbericht von Ines.

Dortmund, am 09. November 2004

Jedes mal, wenn wir uns in den Ruhrpott begeben, um uns dort eine Show anzusehen haben wir mit Schnee und Eisglätte zu kämpfen. Gott sei Dank ist diesmal Martin gefahren, der mit Winterreifen bestückt, Schnee und Eis zu Leibe rückt. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Martin fürs chauffieren.
Endlich an der Halle angekommen, machten wir uns gleich an die Suche nach dem Backstageausgang. Nach Insiderinformationen sollte es sehr, sehr schwer oder besser gesagt unmöglich sein, in Dortmund nach der Show auf die Tänzer zu treffen und da ich es ja mal wieder nicht glauben wollte, mussten meine Begleiter brav mit mir um die Halle trotten um letztendlich festzustellen, dass die Insider doch recht hatten. So warteten wir in Eiseskälte auf den King of Queens Rainer (Buddy) und seine charmante Begleitung (Carry)–hier ein Bussi an Martina - ja und da wir auf Grund unserer Jacken immer für Mitglieder der LOTD-Truppe gehalten werden, kamen auch diesmal andere Zuschauer auf uns zu und fragten u. a.: „Wie lange dauert die Show?“ – „Bis 21.56 Uhr“ lautete Bernds Antwort. Oder: „Wo kann man hier vorher noch einen Happen essen?“ Nach einer kurzen Wegbeschreibung von Bernd fügte er noch an: „Seid aber pünktlich wieder da, weil wir wegen euch nicht später anfangen werden.“ So ist er eben. Ach ja, ich glaube „Miss Undercover“ habe ich an diesem Abend auch gesehen *grins und schmatz*.

Endlich in der Halle angekommen nahmen wir dann unsere Plätze ein und erwarteten ungeduldig den Beginn der Show und diese hatte kaum begonnen, als doch tatsächlich noch einer der Zuschauer von draußen mit einem Tablett Getränke herein kam, um sich dann im Halbdunkel auf seinen Platz zu begeben. Ihm hätte ich eigentlich schon ein Bein stellen sollen, um allen anderen zu verstehen zu geben, dass sie während der Show gefälligst sitzen zu bleiben haben. Doch dann ging es erst richtig los. Mindestens alle 15 Minuten ging irgendjemand nach draußen und jedes Mal an unserer Reihe und somit direkt vor unserer Nase vorbei. Ich fand das unmöglich, nicht nur weil diese Leute eine furchtbare Unruhe reinbrachten, sondern auch weil es respektlos gegenüber den Künstlern war. Schade, dass sich von denen keiner über unser Gebrüll aufgeregt hat, weil ich denen sonst was erzählt hätte.

Die Show war einzigartig. Die Tänzer waren so was von gut drauf, dass es mal wieder eine wahre Freude war in der ersten Reihe zu sitzen und die Highkicks von James – schmacht. Leider war die Bühne so hoch, dass es absolut unmöglich war auch nur einen Fuß der Tänzer zu sehen. Trotzdem war der junge Mann einfach klasse. Diesmal kamen wir das erste Mal in den Genuss Anthony Street als „Dark Lord“ bewundern zu dürfen. Anthony hat mir sehr gut gefallen, irgendwie erinnerte er mich an den Sohn eines guten, guten Freundes, der auch Irish Dance gelernt hat. Gelle Thomas? Allerdings ist und bleibt mein Lieblings „Dark Lord“ Ciaran Devlin. Kein Bad Guy „frisst“ sein Publikum so auf, wie er. Bemerkenswert waren bei dieser Show die „Warlords“. Nachdem die Breakout-Girls ihre Plätze rechts und links am Bühnenrand eingenommen und die Jungs zu steppen angefangen hatten, ging es richtig ab auf der Bühne. Links von uns lag Nikki McCloone auf dem Bauch, hatte ihr Kinn in die Hände gestützt und brüüüüüüüüllte und schrie, was das Zeug hielt. Sie lachte und zwinkerte immer in unsere Richtung. Da mein lieber Bernd gar nicht mehr wusste, wo er hin schauen sollte vor lauter „geflirte“, entging ihm natürlich der Kuss, der ihm von Nikki zugeworfen wurde und erst als ich ihm leicht meinen Ellenbogen in die Seite gerammt, ihn darauf hingewiesen und Nikki ihm noch einen Kuss rübergeschickt hatte, waren alle Beteiligten zufrieden. Ach, was war das schön. Also die Gaudi-Madels auf der Bühne sind mit Abstand und ohne Frage Nikki und Kelly. Die beiden schaffen es immer wieder eine super Stimmung auf die Bühne zu bringen und dabei die ganze Truppe mit zu reißen. Einfach klasse. Neu ist bei den „Warlords“ auch, dass die vier Breakout-Girls bis zum Schluss auf der Bühne bleiben und sich nach dem Kampfschrei der Männer, kokett neben diese stellen. Eigentlich ist vieles neu. Neue Choreographien bei „Breakout“ und „ Warriors“, sowie teilweise neue Kostüme, aber dafür sind unsere „Profis“ Pat und Kay zuständig. Sicherlich werden sie uns nach ihren ersten Shows ausgiebig darüber informieren. Noch ein paar Worte zu Katie Martin. Katie wirkt unheimlich steif und lustlos auf der Bühne, allerdings denke ich, wenn sie merkt, dass sie von jemandem extremen Zuspruch erhält, sie sich richtig ins Zeug legen könnte. Pat, Kay und ich sind früher oft in den Genuss gekommen, die „Premieren“ einiger Tänzer als „Leads“ zu erleben. Unabhängig davon, ob sie nun gut oder schlecht waren, haben wir diese immer sehr lautstark angefeuert, was sie dann dazu brachte ihre anfängliche Scheu und Angst zu überwinden und wir dann richtig sehen konnten, wie sie an ihrem ersten großen Abend von Minute zu Minute besser wurden. Meine beiden Tanzmäuse haben nämlich erstens einen Blick für gute Techniker unter den Tänzern, so dass sie fast alle neuen „Leads“ voraus gesagt haben, u. a. auch Katie Martin, und zweitens, wissen sie am besten, wie wichtig es ist bei seinem ersten großen Auftritt vom Publikum unterstützt zu werden. Ich habe Katie jetzt zweimal als Morrighan gesehen und ich meine beobachtet zu haben, dass sie erst ganz zum Schluss auftaut und dann auch richtig gut wird, denn sie besitzt ohne Zweifel die Mimik und das Aussehen einer Morrighan. Außerdem ist sie das erste Bad Girl, dass ohne Haarteil tanzt – außer Gillian natürlich.
Zum Schluss noch ein paar Wort zu unserem neuen Spirit. Ich finde sie gut. Natürlich ist sie mit Helen nicht vergleichbar, doch ist sie im Vergleich zu allen anderen Ersatz-Spirits die ich gesehen habe, die Beweglichste mit der besten Mimik.
Mein Gott, das Wichtigste hätte ich ja fast vergessen. Die Akustik in der Halle war erste Sahne, was auch Colette Todd nicht entging und sie ihre Performance mit solch einer Inbrunst und Freude darbot, dass es nicht nur mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Körper jagte.
Wie angekündigt gab es diesmal kein Meet and Greet mit den Tänzern und so landeten wir irgendwann wieder in Hessen, aber......


Aschaffenburg, erbarme, die Hesse komme........

Aschaffenburg, am 11. November 2004

Auch diesmal waren wir etwas früher an der Halle, da ich dort etwas sehr, sehr wichtiges zu erledigen hatte und dies auch sehr rasch ausführen konnte. Ein sich sehr wichtig nehmender vom örtlichen Sportverein nominierter Wichtigtuer im grauen Anzug, den man vielleicht als Abschreckung, am hinteren Halleneingang postiert hatte, meinte sich als persönlicher Bodyguard der Tänzer aufspielen zu müssen und trat mit aufgesetztem Pokerface aus der Halle, um mit Widerwillen zu beobachten, wie ich mich mit einem der Tänzer unterhalten habe. Hätten Bernd und Martin einmal „Buh“ gerufen, dann wäre er vor Schreck wahrscheinlich umgefallen.
Da es schweinekalt war und wir noch auf Karin und Thomas warteten, begaben wir uns an einen Imbissstand gegenüber der Halle, wo ich meinen ersten heißen Äppelwoi trank. Hauptsache heiß. (Just for info - Aschaffenburg gehört zwar schon zu Bayern, liegt aber im absoluten Grenzgebiet von Hessen). Jedenfalls hatten sich auch einige Tänzer und andere Crewmitglieder dort eingefunden, um vor der Schau noch einen kleinen Snack zu sich zu nehmen. Zu unserer allgemeinen Erheiterung waren die Englischkenntnisse des Imbissverkäufers sehr sehr spärlich und seine Kommunikationsversuche super niedlich. Sein Glück, dass fast alle deutschen Fast-Food Gerichte englische Bezeichnungen tragen, so dass er immer verstand, was die Tänzer essen wollten. Verlangten unsere englischen Gäste jedoch mehr, bekamen sie immer nur eines zu hören: „Very good, des is very good.“ Wollte jemand extra Ketchup oder Zwiebeln- „Very good, nix Ketchup, nix Zwiebel, alles very good“. Ich hätte mich kugeln können, ich fand das super goldig.
Schließlich trafen auch Karin und Thomas ein. In der Kantine der noch verschlossenen Halle, die von außen einsehbar war, saßen einige der Tänzer, unter anderem Des Bailey, Chris Hannon, Nick Fallon, Liam Costello und Adrian Walker. Außerdem hatten sie noch einen kleinen Jungen bei sich am Tisch sitzen – uupps, das war ja James Keegan. Wahnsinn, als ich ihn da so sitzen sah, dachte ich, er wäre nicht älter als 13 und auf der Bühne hebt er ab und ist so was von toll. Irre.
Unser heutiger „Lord“ war Johnny Finnegan, mein persönlicher Favorit von Troupe 4. Das ist so ein „Frauenheld“. Bei uns in Bayern sagt man über so jemanden, dass er alles vernascht, was bei drei nicht auf dem Baum sitzt. Er erinnert mich stark an Ciaran Devlin, denn auch Johnny schmust (oder versucht es zumindest), wenn er in der Truppe tanzt, seine Tanzpartnerinnen bei „Fairy Nights“ nieder. Er hat einfach das gewisse Etwas als „Lord“. Aaaabbber, er schummelt. In Aschaffenburg war die Bühne so nieder wie mein Schreibtisch und so konnte einem kein einziger Tanzschritt entgehen. Erinnert ihr euch an Michaels Auftritt in St. Petersburg? Wie er die Hälfte der Tanzschritte bei „Warlords“ unterschlagen hatte? Genauso macht es Johnny. Er ist ein guter Techniker, aber nicht schnell genug. Hoch lebe Des Bailey. Wie gut, dass dies nur wir Insider sehen. Trotzdem war er klasse. Bei „Planet Ireland“ habe ich ihn, glaube ich, etwas geschockt. Da ist doch die Stelle, wo die Tänzer den leichten Ausfallschritt nach rechts machen, den Kopf nach rechts unten neigen und die Hand dazu rechts wegstrecken. Mir ist bereits in den anderen Shows aufgefallen, dass die Lords nicht mehr „one, two“ brüllen, also habe ich das in Aschaffenburg für Johnny übernommen, was mir einen äußerst überraschten Blick von ihm und den Tänzern bescherte. Was ein Spaß. So ausgeflippt bin ich schon lange nicht mehr. Ich habe nur noch gebrüllt und geschrieen. Auch Johnny muss der Abend hervorragend gefallen haben, denn einmal ließ er sich dann auch auf der linken Bühnenseite vor Tricia Hutton auf den Boden fallen und blickte rücklings liegend zu ihr auf.... moment mal, Tricia trug ja einen kurzen Rock........ Hab ich es nicht gesagt!!!!!
Doch auch der Rest der Truppe war an diesem Abend nicht zu bremsen. Ich habe schon viele, viele, viele, viele Male „Siamsa“ gesehen, aber noch nie, wirklich noch nie, haben die Mädchen so gebrüllt, wie an diesem Abend. Wie sagte Bernd? Als hätten sie hinter der Bühne vereinbart alle zusammen los zu schreien mit dem Ziel, wollen wir mal sehen, wer lauter schreien kann – ihr oder wir.
Und wieder sind wir aus einer der Hallen gekommen und haben nur noch gesagt: “Wow, was für eine Show“. Natürlich führte uns der direkte Weg zum Hinterausgang des Veranstaltungsortes. Karin und Thomas hatten ein Plakat von 2002 mitgebracht, auf dem sie alle Tänzer unterschreiben ließen und Thomas überraschte jede Damen der Truppe mit einer Rose, worüber die sich wahnsinnig gefreut haben. Johnny bestätigte mir, dass er mich gehört hatte, nachdem ich ihm bekundetet, wie toll ich ihn heute Abend fand *grins*. Auch Colette freute sich darüber, dass ich ihre Performance so lobte und Kelly musste dann meine Frage bezüglich der neuen Show beantworten. Wie bereits im Forum schon erwähnt, wissen auch sie und die anderen Tänzer nichts genaues.

Soviel für heute.

Danke Ines für den Showbericht.